Goldene Jahre
 

Goldene Jahre: die 50er


Unter dem Vorsitzenden Simon Körner wurde unsere 1. Mannschaft eine feste Größe im mitelfränkischen Amateurfußball. Es gelang der Aufstieg in die Bezirksliga Mittelfranken, die damals noch II. Amateurlige (unmittelbar unter der Bayernliga) genannt wurde. Torhüter Franz Hanika und Halbstürmer Hans Mages gehörten damals zu den Stützen der Mannschaft.
 
Höhepunkt im Vereinsleben brachten die Jahre 1953/54. Am nordwestlichen  Ende des Vereinsgrundstücks wurde ein Vereinsheim gebaut. Am 23. Oktober 1953 wurde mit dem Bau begonnen und schon am 26. Juni 1954 fand die feierlich Einweihung statt. Viele fleißige Mitglieder hatten in freiwilliger Leistung ein Schmuckstück geschaffen. Herauszuheben sind hierbei Baumeister Georg Sieber sowie Hans Hornfischer, Andreas Bucher, Fritz Schrepfer, Josef Hildel, Kassier Fritz Reinmann sowie der rastlose 1. Vorsitzende Walter Röder. Ohne ein Darlehen der Brauerei Tucher in Höhe von 23.000 DM wäre der Bau allerdings nicht möglich gewesen.


 
Das neue Heim wurde nun anstelle der einstigen „Turnus-Treffen“ in verschiedenen Gasthäusern (zuletzt Bayerischer Hof, Gaststätte Heubeck und schließlich Weißer Hahn) der Mittelpunkt des Vereinslebens. Aber auch hier wurde in den Folgejahren immer wieder erweitert und angebaut: 1962 wurden eine neue Küche geschaffen, es wurden die Toilettenanlagen erneuert und vier Jahre später vergrößerte man den Saal und schuf neue Umkleidekabinen. Dann wurde ein Geschäftszimmer unmittelbar an den Treppen zum Festplatz eingerichtet und zuletzt unser schöner „Freisitz“ errichtet, der sich während der Spiele und nach Spielende bestens für angeregte Gespräche und für Sommerfeste eignet.
 
Auch wenn es Anfang der 50er Jahre immer wieder wirtschaftliche Probleme gegeben hat: mit dem Aufschwung in der Zeit des sog. Wirtschaftswunders blickte man hoffnungsvoll in die Zukunft. Mit dem WM-Sieg von 1954 und dem Siegeszug der hiesigen Industrie wurden manche Schwierigkeiten gemeistert:  Wir (die Deutschen) waren wieder wer!

Fußball-Mannschaft des 1. FC Herzogenaurach um 1955 mit Heinz Matthäus
 
Und wie sehr schwärmt heute noch die „Ü-70-Generation“ von den schönen Zeiten während des deutschen Wiederaufbaus: als man noch per LKW (mit Holzvergaser!) zu den Auswärtspielen oder sogar mit eigenen und geliehenen Fahrrädern in Richtung Erlangen, Forchheim oder in den Aischgrund strampelte! Ab 1951 stellte die Firma Omnibus Peetz für 60 DM ihren Bus zur Verfügung und die Fans konnten ihre Idole für einen Fahrpreis von 1 DM begleiten. Im Bus herrschte immer ausgelassene Stimmung. Und vor allem: es wurde immer gesungen! Egal, ob man gewonnen oder verloren hatte! „Es zogen elf Spieler wohl über den Rhein...“ und natürlich das „Clublied“ wurden geschmettert.
 
Auch für die Aktiven hatte man sich seitens der Vorstandschaft etwas ausgedacht: arbeitslose Spieler sollten pro Einsatz einen Spesensatz von 5 Mark erhalten. Dass das für die Aktiven eine willkommene Unterstützung war, versteht sich.
 
Bayerischer Pokalmeister und Spanienfahrt

Dringende und schwerwiegende Probleme wurden in den Sitzungen im neuen Clubheim diskutiert:
Sollte man der Betriebsmannschaft von Adi Dassler den Clubplatz für Spiele zur Verfügung stellen (einstimmig befürwortet)? Ist es lohnenswert, Bauschutt aus Nürnberg für den Bau des Clubheims heranzufahren? Soll das Clubheim eine Tribüne erhalten?
Im Sommer 1954 wurde nicht nur die Deutsche Nationalmannschaft in der Schweiz Weltmeister, unser Club wurde sechs Wochen nach diesem denkwürdigen Ereignis in Weißenburg gegen den südbayerischen Vertreter aus Gersthofen Bayerischer Pokalmeister mit 4 : 2.
 
Zum Jahreswechsel 1954/55 weilte erstmals eine Fußballmannschaft aus der Aurachstadt im Ausland. Nach langer Busfahrt waren die Spielergebnisse in kleineren Orten zwischen Barcelona und Malaga nur zweitrangig. Wichtiger war, dass man Land und Leute kennenlernte und Beziehungen zu spanischen Spielern knüpfte, von denen einige später bald eine neue Heimat an der Aurach fanden: die ersten ausländischen Spieler kamen nach Herzogenaurach, lange bevor die Profivereine solche anheuerten.
 
 
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