Nachkriegsjahre
 

Nachkriegsjahre


Hatte der FC während des Kriegs den Spielbetrieb aufrecht halten können, so war er auch der erste Verein, der nach Kriegsende eine geordnete Vereinstätigkeit und einen geregelten Spielbetrieb wieder aufnahm. Freilich beschränkte sich letzterer anfangs nur auf Freundschaftsspiele, weil man sich an verantwortlicher Stelle erst 1946 zur Gründung eines Sportverbandes und zur Einteilung fester Ligen durchringen konnte.
 
Auch die Mitglieder des früheren Arbeitersportvereins „UNION“ formierten sich wieder, schlossen sich zunächst auch dem FC an, traten jedoch im April 1946 wieder aus und gründeten den ASV (Allgemeines Sportverein). Sicherlich war das ein Verlust für den FC, denn man verlor talentierte junge Fußballer, machte dies aber durch eine intensive Jugendarbeit in den Folgejahren wieder wett. Fakt aber war, dass in den Folgejahren die Lokalkämpfe zwischen dem ASV und dem FC das Salz in der Suppe bei zahlreichen Lokalderbys waren.
Doch es galt für den Verein nach 1945 größere Probleme zu lösen. Da war zum Beispiel die „Entnazifizierung“. 75 Fragebogen, fein säuberlich ausgefüllt, mussten für jedes Mitglied ab Herbst 1945 der Militärregierung vorgelegt werden. Am 19. April 1946 konnte dann der Mitgliederversammlung eine nach demokratischen Grundsätzen ausgearbeitete und von der Militärregierung genehmigte Satzung präsentiert werden, so dass einer „Neulizensierung“ des FC nichts mehr im Wege stand.
Differenzen gab es mit dem ASV wegen der Sportplatznutzung. Da der Platz des ASV nach dem Zusammenbruch noch nicht fertiggestellt war, trug der ASV seine Heimspiele auf unserem FC Platz aus. Die Streitigkeiten, die daraus entstanden - sogar ein Privatprozess wurde geführt - konnten im Januar 1949 durch einen Vertrag zwischen beiden Vereinen beseitigt werden.
 
Gegen die „Zurückstufung“ in die B-Klasse 1949 wehrten sich die Verantwortlichen beim FC 1949 mit Erfolg. Der 1. Vorsitzende Hans Römmelt und Michael März erreichten durch einen Besuch beim Verband in München, dass unsere Mannschaft künftig in die A-Klasse eingegliedert wurde.
 
Kurzes Gastspiel

Ein kurzes Gastspiel lieferte nach dem Krieg die Handballabteilung. Im Protokollbuch findet sich unter dem 30. Mai 1946 folgender Eintrag: „Verwaltungssitzung … Punkt 5. Handballabteilung: Die Leitung der neugegründeten Handballabteilung wurde Herrn Konrad Daßler übertragen.“
 
Über Spielergebnisse geben die Bücher keine Auskunft. In den Unterlagen existiert lediglich ein Bild der Mannschaft. Darauf erkennen wir zahlreiche Sportgrößen der Nachkriegszeit, unter ihnen Malermeister Josef „Sepp“ Hildel, Hans Bitter, den vielfachen Seniorenweltmeister in der Leichtathletik sowie den späteren Landrat Dr. Georg Dassler.
Die Handballer scheinen im Verein keine große Lobby besessen zu haben. Im April 1948 kriselte es zwischen Hauptverein und Handballabteilung. Der Abteilungsleiter Konrad Dssler unterstellte der Vorstandschaft „ein abgekartetes Spiel“ gegen seine Abteilung zu führen. Grund dafür war ein Streit um die Benutzung des Platzes Anfang April 1948.
Damals wollten an einem Sonntagvormittag sowohl die Fußball-Jugendmannschaft als auch die Handballer ein Spiel austragen. Das Handballspiel, auf 10 Uhr angesetzt, verzögerte sich jedoch, weil der Gegner infolge einer Zugverspätung nicht pünktlich anreisen konnte, die Jugendmannschaft ihrerseits allerdings auf einen pünktlichen Spielbeginn kurz nach 11 Uhr bestand. Schließlich mussten die Handballer auf den Platz des ASV ausweichen.
 
In einer wenige Tage später anberaumten Sitzung kamen die Handballer überein, geschlossen den FC zu verlassen und zum Turnverein überzutreten. Damit war praktisch der Bruch vollzogen und im Mai 1948 erklärte man seitens der Vorstandschaft des FC, dass man die Handballmannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet habe.
 
Große Erfolge im Nachwuchsbereich

Unter der Führung von Ludwig Nagel hatten unsere Schüler- und Jugendmannschaften 1946 bis 1951 großartige Erfolge. Selbst die Schülermannschaft des 1. FC Nürnberg wurde im „Zabo“ in Nürnberg mit 3:0 besiegt. Damit war man mitttelfränkischer Schülermeister und unterlag lediglich im Endespiel um die Bayerische Meisterschaft 1950 dem Ballspielclub Augsburg.
 
Die 1. Jugendmannschaft wurde zweimal Kreisjugendmeister des Fußballkreises Erlangen – Forchheim und einmal hinter dem 1. FC Nürnberg 2. Mittelfränkischer Jugendmeister.
 
 
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